Groß, klein, dünn, dick, krumm oder gerade. Jeder Penis ist ein Überraschungspaket. Nicht zu verwechseln mit einem Überraschungsei. Denn von süß kann nur in den seltensten Fällen die Rede sein.

Die meisten Frauen lieben Überraschungen – ein Wellness-Wochenende in der Toskana oder einen kleinen Diamanten am Finger. Aber beim Penis hört die Überraschungslust auf. Kaum lernen wir einen Mann kennen, fragen wir uns: Wird er uns gefallen? Was würden wir nicht für einen kleinen Hinweis geben, bevor es kein Zurück mehr gibt? Da wir aber nur schwer vorab ein Foto verlangen können (und auch das könnte nachbearbeitet worden sein), sind wir auf andere Hinweise angewiesen. Hält vielleicht der Spruch „Die Nase eines Mannes ist wie sein Johannes“, was er verspricht? Oder vielleicht große Füße oder breite Hände? Nein, leider nicht. Laut Medizinern gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Größe der Nase oder einem anderen Körperteil eines Mannes und seinem Penis. Es wäre auch zu schön gewesen. Obwohl mir persönlich ja kleinere Nasen besser gefallen. Und das hätte ja dann den Schluss … Aber unabhängig von der Größe nimmt der im Verhältnis zum ganzen Körper eher kleine Körperteil (schlaff durchschnittlich zwischen 7 und 12 cm), einen wesentlichen Part im Leben eines Mannes ein. Er begleitet ihn von Geburt an, ist Spiel- und Weggefährte, reißt manchmal die Herrschaft an sich und ist für viele glückliche (oder auch unglückliche) Momente verantwortlich. Sie meinen, unterschwelligen Neid aus meinen Worten zu hören? Nein, ich bin recht froh, dass dieses Teilchen dort hängt, wo es hingehört: in der Mitte jedes Mannes. Auch wenn vor 100 Jahren der gute, alte Sigmund Freud uns Frauen einen sogenannten Penisneid unterstellte, denke ich nicht daran, mir dieses Vorurteil überstülpen zu lassen. Aber eine besondere Bedeutung hat der Penis natürlich auch für Frauen: Er spielt beim unvergesslichen ersten Mal und auch bei allen weiteren Geschlechtsakten eine mehr oder weniger bedeutsame Rolle, zeugt unsere Kinder und liefert mäßig Gesprächsstoff unter Freundinnen. Rechnet man das alles zusammen, kann man ohne Übertreibung resumieren, dass der Penis das Kultobjekt seit Menschengedenken ist. Kulturabhängig variiert die Größe des Penis, aber nicht sein gesellschaftlicher Stellenwert – und das, obwohl er nicht unbedingt der zuverlässigste Zeitgenosse ist. Gut, eines ist sicher: Wir wissen immer, wo er zu finden ist, oder wenigstens, wo wir suchen müssen. Aber ansonsten hält er nicht immer, was sein erster Eindruck verspricht. Groß ist noch kein Garant für ekstatische Befriedigung und klein keiner für außergewöhnliche Wendigkeit. Wobei Zweiteres weitaus wesentlicher für guten Sex ist als die so oft hochgelobte Größe …

Worauf es wirklich ankommt

Der Kondomhersteller Durex führte vor einigen Jahren eine globale Studie in 41 Ländern durch. 317.000 Menschen wurden zu ihrem Sexualleben befragt. Die Frage „Was ist ausschlaggebend für guten Sex?“ ergab, dass für 90 Prozent der befragten Frauen die Qualität der Erektion am wichtigsten ist. Eine komplett harte Erektion vereinfacht den Liebesakt und intensiviert das körperliche Empfinden beider Partner. Das heißt, jegliches prä-, peri- oder auch postpubertäres Zentimeteranlegen von Männern und in Folge prahlende Ausrufen utopischer Längenangaben beim ersten Date ergibt keinen Sinn (und turnt auch keine Frau an!). Die Wahrheit kommt nämlich – früher oder später – sowieso immer ans Licht! Wenn wir schon bei der Kategorisierung sind: Was glauben Sie, welcher Penis hat den meisten Sex? Auflösung am Ende des Artikels.

Geschniegelt und gestriegelt

Jetzt aber noch ein Punkt, der speziell die männlichen Leser interessieren könnte – falls sich die getraut haben, einen Artikel über ihr wertvollstes Stück aus der Feder einer Frau zu lesen: Wie sieht denn die perfekte Umgebung des Penis aus? Hier gilt der Grundsatz, dass jedes Meisterwerk auch die passende Umrahmung braucht. Drei Viertel aller Frauen zwischen 20 und 50 Jahren bevorzugen eine getrimmte Badehosenzone (gibt es das männliche Pendant zur Bikinizone überhaupt?). Hier ein Tipp für Männer, die den Urwald lichten wollen: Bei der nächsten Rasur des Bartes einfach mutig (aber nicht Augen zu und durch) die Unterwelt erforschen. Oder den Bikinizonen-Trimmer der Liebsten ausborgen. Aber bitte vorher fragen! Der Aufwand zahlt sich aus. Wenn das appetitliche Stück dann so verführerisch vor uns Frauen liegt, können wir uns nicht mehr zurückhalten. Wir wollen ihn angreifen, spüren und lustvolle Spiele damit spielen. Richtig so, nur keine falschen Hemmungen. Aber eines sollte frau nie vergessen: Der Penis ist empfindlicher, als viele Frauen ahnen. Während man seinen Schaft durchaus fester anpacken kann und sollte, ist bei der Eichel und den Hoden eines Mannes eher Vorsicht geboten. Mit Fingernägeln und Zähnen sollten also lieber andere Körperstellen verwöhnt werden. Und selbst in der Hitze des Sexgefechts sollte man nicht vergessen, dass ein erigierter Penis nicht so widerstandsfähig ist wie einer im ruhenden Zustand. Ein Penisbruch ist nicht nur eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, sondern verschreckt den Penis und den Mann dran auch sicher für längere Zeit.

Wer hat den größten?

Asiatische Männer haben einen im erschlafften Zustand durchschnittlich vier Zentimeter langen Penis. Bei europäischen Männern ist er schon drei bis acht Zentimeter länger. Sieger sind – wie erwartet – die afrikanischen Männer mit einer stolzen Länge von 19 cm (im ruhenden Zustand!).

Wer hat den meisten Sex?

Der weltweite Durchschnitt der Liebesspiele liegt bei 103 Mal Sex im Jahr. Die Spitzenreiter sind die Griechen mit 138 Mal, gefolgt von den Franzosen (120 Mal). Österreich liegt im Mittelfeld (sind wir damit zufrieden?). Am unteren Ende der Messlatte angesiedelt sind die Japaner mit bescheidenen 45 Mal pro Jahr. Es ist noch Zeit, den Sommerurlaub nach Griechenland oder Frankreich zu verlegen …

Tanja Guserl