Arizona ist ein Naturwunder, das jeder Erdenbürger einmal gesehen haben sollte. Und selbst jene, die mit Esoterik nichts am Hut haben, werden verstehen, warum dieses Land den Indianern heilig ist.

Dramatische Canyons, blühende Kak­teen, beeindruckende Stauseen, Sied­lun­gen der Urein­woh­ner und unendliche Wei­ten: In Arizo­na erwarten Sie faszinierende Land­­schaf­ten und unvergessliche Erlebnisse. Es ist also richtig schön in dort. Andererseits gibt es so hier liberale Waffen­gesetze wie kaum in einem anderen US-Staat. Jeder Bürger ab 21 darf eine Hand­feuerwaffe besitzen. Brauchte er früher zumindest eine Ge­nehmigung für das „verdeckte“ Tragen, so wur­de diese Beschränkung im vergangenen Jahr auf­gehoben, als die republikanische Gouver­neu­­rin Jan Brewer ein entsprechendes Gesetz unterzeichnete, das auch von der mächtigen US-Organisation der Waffenbesitzer (National Rifle Association) unterstützt wurde. Arizona wurde damit nach Alaska und Vermont der dritte US-Staat mit derart lockeren Waffen­kontroll­­bestimmungen. Man ist also fast versucht zu empfehlen, zu allen Leuten freundlich zu sein, damit man nicht gleich erschossen wird, wenn man in Arizona urlaubt. Der Staat im Südwesten der USA vereint ei­ni­ge der außergewöhnlichsten Naturspektakel der Welt, gepaart mit einer hervorragenden Infra­struk­tur, die das Reisen zum entspannten Vergnü­gen macht, solange Sie das richtige Auto verwenden. Wir haben uns einen Merce­des ausgesucht, denn amerikanische Autos werden auch heute noch wie in den 1980-er-Jahren gebaut. Im Süden grenzt Arizona an Mexiko, und es gibt hier ebenso viele Kakteen wie im Nach­barland – das mit der Mauer wird hoffentlich nicht wirklich umgesetzt, es wäre echt schade um die schöne Landschaft und das viele Geld. Der Colorado River und der von ihm gebildete Grand Canyon trennen im Nordwesten den Arizona Strip vom Rest des Bundesstaates. Sie bilden auch fast die gesamte Westgrenze Arizonas zu Nevada und Kali­fornien. Arizona wird auch „The Grand Canyon State“ genannt – und genau aus diesem Grund haben wir den Grand Canyon in unserer Story ausgelassen, den kennt sowieso bereits jeder­mann und -frau. Wenn nicht, erfahren Sie im Internet alles, was es darüber zu wissen gibt. Wir wollen Ihnen in unserer Arizona-Story die we­niger bekannten Orte und Gegenden zeigen – der Bundesstaat Arizona hat mehr zu bieten als die berühmte große Schlucht. Luxusreisende werden sich im Süden um die Gegend Scottsdale bei der Hauptstadt Phoe­nix wie zu Hause fühlen. Hier gibt es allen erdenklichen Luxus und passende Hotels samt einem beachtlichen kulinarischen Angebot. Tiefgekühlte, riesige Shopping Center sowieso – hier bekommen Sie alles, was es auch in Europa gibt. Auch die New-Age-Stadt Sedona bietet verwöhnten Damen nicht nur Yoga und spirituelle Wanderungen, sondern ein ebenso entsprechend hedonistisches Angebot an Luxus­hotels und -restaurants – Buddha sei Dank! Der große Rest Arizonas ist aus kulinarischer Sicht bedeutungslos. Auch die Hotels in der nördlichen Gegend, wo die Natur des Wüs­tenstaates am schönsten ist, kommen über drei Sterne nicht hinaus – kulinarisch sind Sie hier ebenso in der Wüste wie landschaftlich. Dafür werden Reisende allerdings mit einigen der aufregendsten und schönsten Naturdenkmäler die­ses Planeten entschädigt. Wir haben unsere Reise im Süden Arizonas in der Stadt Tucson begonnen und uns langsam nach Norden durchgeschlagen – bis zum beeindruckenden Monument Valley.
www.visitarizona.com

8Tucson

Das Klima in Tucson wird als Steppenklima bezeichnet. Pro Jahr gibt es hier maximal 30cm Niederschlag, das reicht gerade einmal für ein volles Bierglas. Die Jahres-Durchschnittstemperatur beträgt 20 Grad, in den Sommermonaten klettert das Thermometer auf bis zu 40 Grad. Tucson ist nach Phoenix die zweitgrößte Stadt in Arizona und war bereits um 12.000 v. Chr. durch Paläoindianer besiedelt. Es wurden Reste eines Dorfes aus dem 1. Jahrtausend vor Christi gefunden. Die Stadt gehört damit zu den am längsten fortwährend besiedelten Orten der USA. Nach der Unabh­ängigkeit Mexikos von Spanien 1821 gehörte Tucson zu Mexiko. 1853 fiel die Stadt an die Vereinigten Staaten und 1885 wurde hier die University of Arizona gegründet. Aber nicht nur für Bildung steht Tucson, sondern es ist auch ein wichtiger Militärstützpunkt der USA.

Pima Air & Space Museum

Schon mal einen B-52-Bomber von der Nähe gesehen? Dieser Ort ist nichts für Pazi­fisten und dient eher als Beweis dafür, wie hoch das Rüstungsbudget der USA war und ist.

Der Tempel des Todes

Das Titan Missile Museum ist faszinierend und paranoid zugleich. Der Besuch dieser un­ter­irdischen Abschussrampe für US-Atom­ra­keten Titan II aus der Zeit des Kalten Krie­ges ist faszinierend. Befremdend ist die Führung allemal, wenn pensionierte Offiziere mit Stolz einer Grup­pe Pfadfindern davon berichten, dass so eine Rakete Man­hattan in einer Se­kunde verdampfen könnte.

Saguaro Nationalpark

Der Nationalpark besteht scheinbar zu 90% aus Kakteen und beherbergt doch über 1000 verschiedene Pflanzenarten. Die größten Kak­teen sind über 100 Jahre alt und bis 15m hoch.

Old Tucson Studios

Alle großen US-Wildwest-Filmstars waren haben hier gearbeitet: John Wayne, Burt Lan­cas­ter, Paul Newman und viele mehr. Im Mu­seum erfährt man alles über die Filme, die hier gedreht wurden. Beim Schlendern durch die Westernstadt sieht man Postkutschen fahren, Cowboys auf der Veranda sitzen und aus dem Saloon dringt die typische Western-Klavier­musik.

Sonoran Desert Museum

Das Sonoran Desert Museum ist eine Mischung zwischen Zoo und einem botanischem Garten. Man findet hier unzählige verschiedene Pflanzenarten und Lebewesen aller Art, die in der Region heimisch sind. Zu sehen gibt es z.B auch Pumas oder mexikanische Wölfe, die in freier Wildbahn nur schwer zu entdecken sind.

Tombstone

Im Western-Dorf Tombstone findet man sich wieder im Wilden Westen. Von Schau­spielern werden Schießereien nachgespielt und im Saloon gibt es Live-Country-Musik zum saftigen Steak mit Bratkartoffeln. Disneyland goes Wild West.

Kitt Peak National Observatory

Tucson nennt sich Welthaupt­stadt der As­tro­nomie. Fast nach den Sternen greifen kann man im Kitt Peak National Observatory wo sich die grösste Sammlung von Teles­kopen befindet.

7Hacienda del Sol

Dieses Resort ist die beste Wahl, um in Tucson authentisch und halbwegs luxuriös zu wohnen – und das Essen ist auch sehr gut.
www.haciendadelsol.com
www.visittucson.org

6Phoenix

In Phoenix, der Hauptstadt und zugleich größten Stadt Arizonas, im Valley of the Sun der Sonora-Wüste, ist es heiß: Es gibt durchschnittlich 312 Sonnentage im Jahr – an den heißesten steigen die Temperaturen auf bis zu 46 Grad Celsius. Die trockene Wüstenluft macht die hohen Temperaturen zum Glück etwas erträglicher. Außerdem setzt sich die Bevöl­kerung der Hitze nur in geringem Maße aus: Die meisten Gebäude und Fahrzeuge sind klimatisiert – meist bis auf 18 Grad hinunter.
Das erweiterte Stadtgebiet von Phoenix mit den Orten Scottsdale, Mesa, Glendale, Tempe, Chandler, … hat vier Millionen Einwohner. Mehr als 2000 Jahre lang wohnte das Hohokam-Volk im Gebiet des heutigen Phoenix und schuf ein rund 135 Meilen umfassendes Netz von Bewässerungskanälen, die die Wüste landwirtschaftlich nutzbar machten.

5Scottsdale

Der exklusive, reiche Vorort von Phoenix machte sich seit den 1950er-Jahren in den Medien einen Na­men als Promi-Urlaubs­­ort. Der Charme der Stadt liegt in ihrem unbeschwerten Luxus, kombiniert mit Wildwest-Romantik. Dazu gehören über 70 Hotels und Resorts so­wie trendige Restaurants und Clubs. Hier genießen die Promis es, auch mal nicht er­kannt zu werden. Stars wie Zsa Zsa Gabor, Ma­ri­lyn Monroe oder Humphrey Bogart schätzten die Ab­geschiedenheit der Luxushotels.

The Phoenician

Das mit Abstand luxuriöseste Hotel Arizo­nas ist das The Phoenician in Scottsdale. Be­son­ders die neuen Canyon Suites nehmen es in Sa­chen Luxus mit jedem Pariser oder Lon­do­ner 5-Sterne-Hotel auf. Einzig der viel zu warme Pool wirkt betagt und riecht extrem nach Chlor – Erfrischung sieht im neuen Jahrtau­send anders aus. Der Kunststoffrasen um den Pool hat uns auch nicht beeindruckt. Umso erfreulicher, dass man im The Phoenici­an Wert auf gute Küche legt: Es gibt hier sieben Dining Options – die Burger im Relish Burger Bistro gehörten zu den Besten, die wir je gegessen haben und Chef Jean-Georges Vongerich­ten macht seinem Namen im J&G Steakhouse alle Ehre. Die Suiten sind riesig und bieten jeden erdenklichen Komfort, den man sich von einem neuen Luxushotel erwarten darf – von der Kaf­feemaschine am Zimmer bis hin zu mehreren riesigen Fernsehern, geräumigen Bädern und Garde­roben. Das ist toll an neuen Hotels – alles ist letzten Stand.
www.thephoenician.com

Four Seasons Scottsdale

Wer in einem Four Seasons-Hotel absteigt, sollte wissen, dass Bill Gates und der saudi-arabische Investor Prinz Alwaleed 2007 den kanadischen Hotelkonzern für geschätzte 3,7 Mil­liar­den US-Dollar übernommen haben. Also schraubt der betuchte Gast die Erwartungen elegant hinauf in die Millionärsliga. Doch wie es scheint, haben die schweren Jungs auf das Four Seasons in Scottsdale vergessen – zumindest in Punkto Anpassung des Niveaus an das neue Jahrtausend. Wer schon mal Gast in einem Four Seasons Haus war, weiß, was ich meine. Das Four Seasons Scottsdale ist mehr rustikales Fa­milien- als Luxushotel, der große Pool trägt viel zur Urlaubsstimmung bei. Die betagten Zimmer mit ebensolchem Mobiliar ha­ben ihre beste Zeit hinter sich. Aber das sollte kein Hindernis sein, in einem typischen Hotel Ari­zonas abzusteigen. Das Anwesen liegt mitten in der Natur und hat einen Golfplatz in der Nähe. Und Executive Chef Chuck Kazmer gibt sich alle Mühe, die Gäste kulinarisch zu verwöhnen.
www.fourseasons.com/scottsdale

4Prescott

Diese typische amerikanische Kleinstadt könnte in jedem US-Roadmovie vorkommen, den Sie je gesehen haben. Es gibt übrigens vierzehn Orte mit Namen Prescott in den USA. In Prescott, Arizona spiegeln sich mit all seinen 42.500 Einwohnern alle Klischees des US-ame­ri­ka­nischen Kleinbürgertums wider. Regel Nummer 1: Kein Auto – kein Leben. Entweder Du fährst oder Du verhungerst. Das weite Land hat alle Einkaufsmöglich­kei­ten schön verstreut. Es gibt einen kleinen Ortskern, in dessen Mitte das Bezirks­ge­richt trohnt, um­geben von vielen Shops, in denen Indi­aner kitschige Souvenirs verkaufen. Dazwischen findet sich auf der Flaniermeile Whiskey Row das Palace Restaurant and Saloon – die älteste Bar im Bundesstaat Arizona. Der Saloon wurde 1877 eröffnet und 1901 nach einem Brand im Jahr 1900 wieder aufgebaut. Dann gibt es noch das Smoki Museum, das Sammlungen von indianischen Artefakten be­her­bergt, weiters das Sharlot Hall Museum, ein Freilichtmuseum das sich der Bewahrung der Geschichte und Folklore des Bezirks Yavapai County, Arizona, widmet. Berühmt ist Prescott auch deshalb, weil hier jährlich im Juli das älteste Rodeo der Welt abgehalten wird. Das muss frau gesehen haben. Für Sport- und Erholungsuchende gibt es in den umliegenden Naturschutzgebieten viele Möglichkeiten, sich beim Radfahren oder Rudern auszutoben oder einfach nur zum Chillen in Arizonas schöner Natur – zum Beispiel den Watson Lake-Stausee in den Granite Dells, er entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Stadt Prescott kaufte das Reservoir und das umliegende Land im Jahr 1997, um es als Erholungsgebiet zu erhalten.
www.grandhighlandhotel.com
www.prescott-az.gov

3Sedona

Von ca. 4000 v. Chr. bis etwa 1350 siedelten die Sinagua-Indianer im Verde Valley. Die ersten Europäer in diesem Gebiet waren spanische Goldsucher um 1583. Sie fanden jedoch kein Gold, sondern Kupfer. Bis 1821 gehörte das Land zu Spanien und ging dann in den Besitz Mexikos über. 1848 fiel es an die USA und gehört seitdem zu Arizona. 1876 traf mit John James Thomson der erste Siedler in der Gegend ein. Sedona wurde am 26. Juni 1902 als Farmerdorf gegründet und bekam im Januar 1988 die Stadtrechte. Mit den surrealistischen Künstlern Doro­thea Tanning und Max Ernst, die 1946 nach Sedona zogen, wurden schon bald Maler, Bild­hauer, Schriftsteller und Angehörige anderer kreativer Berufe angezogen, die das Stadt­bild signifikant prägten. 1946 baute das Ho­l­ly­wood-Studio Republic Pictures eine Film­ranch in Sedona, um vor der besonderen Ku­lisse über 60 Westernfilme zu drehen – darunter Der schwarze Reiter (1947) mit John Wayne, Liebe gewinnt (1948) mit Burt Lan­cas­ter, Gun Man (1948) mit Robert Mitchum sowie 1955 den Klassiker Johnny Guitar (Wenn Frauen hassen) mit Joan Crawford, der besonders stark von Landschaftsaufnah­men geprägt wurde. In den 1960er-Jahren kaufte der amerikanische Fernsehsender CBS das Gelände, um dort Fernsehproduktionen zu drehen. Neben Scottsdale und Phoenix ist Sedona die dritte Stadt Arizonas, in der es nicht nur Steaks, Starbucks und McDonalds gibt, son­dern durchaus ambitionierte Küche. Beson­ders ange­nehm aufgefallen sind uns einerseits die L’Auberge de Sedona, romantisch an einem Bach gelegen, wo man im Restaurant Cress on Oak Creek fast im Wasser essen kann, und zwar wirklich gut. Andererseits das Mari­posa Latin Inspired Grill-Restaurant mit seiner fan­tas­tischen Aussicht. Die umtriebige Chefin Lisa Dahl hat sich in Sedona ein kleines kulinarisches Imperium geschaffen, zu dem neben Mariposa auch Cucina Rustica, Dahl Risto­rante Italiano sowie die Pizzeria Pisa Lisa gehören. Sedona ist damit nicht nur spirituelle New Age-Hauptstadt Arizonas, sondern auch in ku­linarischer Hinsicht Vorreiter im Wüs­ten­staat. Erfreulicherweise gibt es hier auch jede Menge toller Hotels mit vielfältigem Spa-Angebot, was angesichts der Temperatu­ren im Sommer eine willkommene Wohltat nach Wanderun­gen oder sonstigen sportlichen Aktivitäten darstellt. Besonders empfehlenswert: Enchant­ment Resort, von den meisten Reisejournalisten als das beste Resort Sedonas bezeichnet. Die „Rote Stadt“ ist ideale Kombi­na­tion zwischen ge­wohntem urbanen Luxus und herrlicher Na­tur, die es bei den zahlreichen Ausflugsmög­lich­keiten zu entdecken gibt. Sedona ist auch idealer Ausgangspunkt, um eine Helicopter-Tour zum Grand Canyon zu machen. Und wer die schöne Landschaft zwar sehen, aber angesichts der herrschenden Tem­peraturen aufs Wandern verzichten möchte, kann eine Pink Jeep-Tour buchen, wenn er keine Angst vor steilem Gelände hat. Es ist dies die mit Abstand bequemste Mög­lich­keit, die Schönheit der Natur in und um Sedona zu genießen.
www.visitsedona.com

2Page, Lake Powell

Dieser See ist kein Naturschauspiel, sondern ein von Menschenhand geschaffener Stausee. Nach Fertigstellung des Glen Canyon-Damms wurde der Canyon ab dem 13. März 1963 vom Colorado River überflutet und bis zum 22. Juni 1980 zum Lake Powell aufgestaut. Der heute nach dem Lake Mead (Nevada/Ari­zo­na) zweitgrößte Stausee der Vereinigten Staaten hat eine Länge von rund 300 km, ist am Damm 171 Meter tief und bedeckt eine Fläche von 653 km². Die Küstenlinie des Sees ist mit 3.153 km länger als die Westküste der USA. Nach sechs niederschlagsarmen Jahren und intensiver Wasserentnahme (u.a. aus Las Vegas), sank der Pegel bis zum Sommer 2005 um etwa 45 Meter. Im September 2012 war die Wasser­menge auf nur 61 Prozent ge­sun­ken, voll war der See zuletzt 2001. Durch den Rückgang sind breite Strände entstanden, die Enden der äußeren Canyons sind trockengefallen. Die einzige Stadt am Lake Powell ist Page, am südlichen Ende des Sees, das in der sonst wenig erschlossenen Region mit seinen zahlreichen Unterkünften das touristische Drehkreuz für Reisen zum Grand Canyon, dem Monument Valley und zahlreichen Nationalparks bildet. Die Kleinstadt bietet neben den Yachthäfen Bullfrog und Hells Crossing (Highway 276) einen der wenigen asphaltierten Zugänge zum See. Mit der Antelope Point Marina wurde 2004 ein weiterer Yachthafen auf dem angrenzenden Gebiet der Navajo Nation Reservation eröffnet. Die populärste Sehenswürdigkeit am See, die Rainbow Bridge, kann nur mit Aus­flugs­booten von Wahweap aus angesteuert werden. Der größte natürliche Brückenbogen der Welt stellt für die Navajo ein Heiligtum dar und ist über den Landweg nur schwer zugänglich. Alljährlich nutzen über drei Millionen Besucher das sonnige, trockene Klima um den Lake Powell. Wir empfehlen, möglichst noch im April oder erst im Oktober diese Stadt aufzusuchen. Erstens ist es dann nicht so heiß und zweitens gibt es weniger Touristen. Der wohl triftigste Grund, Page zu besuchen, ist der Antelope Canyon – eines der schöns­ten Natur­wunder überhaupt. Der Antelope Canyon ist der meistbesuchte Slot Canyon im Südwesten der USA. Er besteht aus dem Upper Antelope und dem Lower Antelope Canyon. Er wurde vom Antelope Creek gebildet, einem etwa 30 km langen, nur selten nach Sturzregen wasserführenden Bach. Der Besuch spielt sich folgendermaßen ab: Zuerst wird man in Page auf eine Art Tier­transporter verladen, der dann so lange über den Asphalt hoppelt, bis es endlich auf einer Sand­piste Richtung Canyon geht. Dort angekommen, wird man von den Scouts regelrecht durch den Canyon gepeitscht, denn die nächste Tour wartet schon. Wer diesem Massenauflauf entgehen möchte, der kann sich individuell ähnliche und genau so schöne Can­yons zeigen lassen – die Gegend ist nämlich voll davon.
www.visitpagelakepowell.com

1Monument Valley

Vor mehreren hundert Millionen Jahren be­stand die Region des heutigen Monument Valley aus einem riesigen Tiefland­becken. In ihm wurden zunächst Schichten über Schich­ten von Sedimenten aus den frühen Rocky Moun­tains im Becken abgelagert um sich schliießlich zu Kalkstein und weicherem Sandstein zu verfestigten. Die ältesten aufgeschlossenen Ge­s­tei­ne stammen aus dem Pennsylvanium vor etwa 300 Millionen Jahren. Die markanten Tafelberg-Strukturen bestehen aus etwa 275 Mil­lionen Jahre altem De Chelly-Sandstein aus dem frühen Perm. Im Rahmen der Laramischen Gebirgsbildung vor etwa 70 Millionen Jahren wur­de die Oberfläche durch stetigen Druck von unten angehoben. Das einstige Becken wurde zu einem 2100 m hohen Felsplateau. In den letzten 50 Millionen Jahren arbeiteten Wind und Regen daran, die Oberfläche des Plateaus abzuschälen. Dieser Vorgang schuf die gewaltigen Tafelberge, die bis zu 300 Meter hoch über die Ebene des Colorado-Plateaus ra­gen und charakteristisch für die Landschaft des Monument Valleys sind. Die rötliche Farbe re­sul­tiert aus dem Eisenoxid im Gestein. Heute leben etwa 300 Navajo im Monu­ment Valley und pflegen dort ihre Traditionen. Sie benutzen die einheimischen Pflanzen für viele Dinge, darunter auch als Medizin. Die Yucca-Pflanze liefert das Rohmaterial für Schuhe, Körbe, Kleidung und Seife. Spätestes wenn Du zwischen diesen von der Natur geschaffenen Felsen fährst, beginnst Du zu verstehen, warum dieses Tal für die Indianer heilig ist. Wer einen heiklen Gaumen und einen empfindlichen Magen hat, sollte sich allerdings für den Trip ins Monument Valley Proviant mitnehemen – die Küche der Navajos ist nichts für Freunde des Fine Dining. Wir ha­ben ein Clint Eastwood-Steak bestellt und es nicht weiter als bis zu einem Bissen gebracht. Wahrscheinlich war das der vor drei Jahren verstorbene Hund von Clint.