Armani, Gucci, Prada, Fendi, Valentino, Versace, Brioni, Moschino, Trussardi, Fiorucci, Benetton, Missoni und viele weniger bekannten Mode-Marken kommen alle aus der Region um Mailand.

Einst eine Gründung keltischer Siedler, erlebte die Stadt im Römischen Reich einen raschen Aufschwung. Mailand unterstand in seiner Geschichte dem Einfluss deutscher, französischer und österreichischer Kaiser und wuchs nach der Einigung Italiens zur größten Industriestadt des Landes. Sie ist heute die führende Kultur-, Medien- und Modemetro­pole Italiens, eine Universitätsstadt und ein internationaler Finanzplatz als Sitz der italienischen Börse. Sie beherbergt ein Welt­kul­tur­erbe, historisch bedeutsame Bau­wer­ke und vielfältige Kunstschätze, die mehrere Millionen Touristen pro Jahr anziehen. Die Messestadt ist dank ih­rer verkehrsgünstigen La­ge in der oberitalienischen Po-Ebene ein Kno­tenpunkt des Schie­nen- und Autobahn­netzes und zweitgrößtes Luftfahrtdrehkreuz Ita­liens mit drei internationalen Flughäfen.
Mailand ist mit 1,3 Millionen Einwohnern nach Rom die zweitgrößte Stadt Italiens und Hauptstadt der Region Lombardei. Die Metro­pol­region war 2016 mit ca. acht Millionen Ein­woh­nern der größte italienische Ballungsraum.
Gegenüber einer Handvoll französischer Couturiers kaum tragbarer Mode ist Mai­land das Zentrum italienischen Designs. Hier be­kommt die Welt alles, was in Sachen Design gut und schön ist. Von Alfa Romeo bis zu Ermenegildo Zegna. Ange­sichts so viel Gespür für Äs­the­tik ist es eine Schande, dass Mailand außerhalb des Zent­rums eine nicht besonders attraktive Stadt ist – aber welche Metropole hat schon liebenswerte Außenbe­zirke, außer vielleicht London?
Die Business-Stadt Milano hat 2005 mit der Fiera Milano das größte Messegelände der Welt ge­baut. Erst nach Beendigung der Bau­arbeiten hat man – typisch italienisch – be­merkt, dass es keine öffentlichen Verkehrsmit­tel zum Messege­län­de gab, das ist mittlerweile aber der Fall.
Die „City of Glamour“, wie die Mode­stadt genannt wird, ist auch Heimat vieler berühmter Industriedesigner – vom Automobil bis zu un­end­lich vielen Möbeln und Wohnaccessoires.
Die wichtigste Gegend für Designliebhaber ist der Stadtteil Brera, in dem sich auch die Pinacoteca di Brera befindet, eines der bedeutendsten italienischen Museen aus der Zeit der Habsburger.

So viel kreatives Potenzial bringt natürlich auch besonders gute Köche hervor, was in Ita­lien nicht überraschend ist – hier kochen fast alle Männer gut, und die Mamas sowieso. Es ist allerdings auch verständlich, dass der Guide Michelin die Lombardei mit nur insgesamt 24 Sternen auszeichnet, denn italienische Küche muss nicht erst mit einer Pinzette verfeinert werden – die mediterrane Kost schmeckt auch so hervorragend. Wir haben uns also bemüht, einige der von Michelin ausgezeichneten Lokale zu testen , damit wir den Un­terschied zwischen klassisch-italienischer Küche und luxuriösem Fine Dining auf Sterneniveau für Sie herausfinden und Sie auch was vernünftiges auf den Teller bekommen, wenn Sie mal in dieser Gegend sind. Apropos Gegend: Die Geschichte Mailands ist eng mit der Entstehung der Navigli verbunden. Selbst an keinem bedeutenden Gewässer gelegen, wird Mailand von künstlichen Wasserstra­ßen durchzogen, die durch die Flüsse des Hin­ter­lands gespeist werden. Durch diese Verbindung dieser Kanäle zu den Flüssen Ticino, Lambro, Adda und Po, ist Mailand praktisch mit der Adria verbunden. An den Ufern der Navigli lebten einst Arbeiter und Hand­werker. Heute werden sie als romantische Viertel zum Bummeln entdeckt. Künstlerateliers, originelle Geschäfte, romantische Kneipen, Trödel­märkte und Sommerkonzerte machen die Na­vigli zu einem einzigartigen Schauplatz.
Die wohl bedeutendste Sehenswürdigkeit Mailands ist Das Letzte Abendmahl von Leonar­do da Vinci im Kloster Santa Maria delle Grazie. Wir empfehlen, vorab ein Online-Ticket zu kaufen. Ein sehenswertes Kuriosum ist auch der be­rühmte Mailänder Friedhof Cimitero Monu­men­tale und dessen aufwändige Grabstätten. Für das Grabmal der Familie Campari hat zum Bespiel Giannino Castiglioni 1939 das Abendmahl von Leonardo da Vinci als Bronzeplastik geschaffen.
Viele schöne Einblicke beschert die Indus­triestadt Milano aufmerksamen Beobachtern: In den Innenhöfen der meisten Palazzi befinden sich die schönsten Statuen und Brunnen, weitgehend unbekannt und immer einen Augenblick der Bewunderung wert.

1Mandarin Oriental Milan

Die Hongkonger Mandarin Oriental Hotel Group hat es geschafft, das beste Risotto und das beste Tiramisu der Welt in der besten Lage Mailands anzubieten.

Das Mandarin Oriental Milano bietet in vier miteinander verbundenen eleganten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert eine gelungene Hotel-Kombination aus Luxus, Eleganz und Stil – und das mitten im Zentrum der Welt-Mode­stadt, ein paar Schritte von der glamourösen Via Monte Napoleone entfernt und trotzdem in ruhiger Lage, abgeschirmt vom no­torischen Lärm dieser pulsierenden Stadt.
Das Erste, das auffällt, wenn man das Hotel betritt, ist der wunderbar entspannende Duft von Amber und Sandel­holz, der im gesamten Gebäude verströmt wird. Hier fühlt man sich auf Anhieb wohl. Die Zimmer sind gewohnt luxuriös eingerichtet – es fehlt es an Nichts. Ein wunderschönes Spa lädt zum Relaxen ein, auch der Pool ist lang genug zum Schwimmen.
Doch der einzig wahre Grund, hier abzusteigen, ist Chef Antonio Guida, der im Res­tau­­rant Seta zwei Michelin-Sterne erkocht hat. Darum bietet das Hotel auch ein „Chefs Table“-Arrangement für Feinschmecker an (siehe Homepage). Wir empfehlen zwei Ge­rich­te: Das beste Risotto der Welt und das beste Tiramisu von Konditor Nicola di Lena.
Das Mandarin Oriental bietet immer wieder etwas Neues an, wie zum Beispiel einen Aus­flug in Koopera­tion mit dem Au­toverleiher Joey Rent nach z.B. Bergamo in einem Alfa Romeo Giulietta Spider Baujahr 1955. Der alte Alfa ist was für echte Liebhaber und nicht an heißen Tagen zu em­p­f­ehlen.
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www.mandarinoriental.de/milan

2Gombit Hotel

Das Gombit Hotel befindet sich in einem Turm aus dem 12. Jahrhundert inmitten der pittoresken Altstadt von Bergamo an der engen, gepflasterten Hauptstraße.

Das Design Hotels-Mitglied zeigt dies schon in der Lobby – wozu sonst sollte dort eine alte rote Vespa stehen? Design ist also Programm im Gombit Hotel. Dabei hält es sich mit Design wie mit moderner Kunst: Es ist nicht immer alles praktisch, nur weil ein Designer unbedingt etwas anders machen wollte, als bisher üblich war.
Im Bad des Gombit Hotel fällt nämlich zum Thema Design ein frei im Raum stehendes Wasch­becken auf, das einen Wasserhahn aufweist, der aus ca. 40 cm Höhe das Wasser ins flache Becken schleudert. Dabei spritzt natürlich der Großteil des Wassers aus dem Becken auf den Boden. Selbst hartgesottene Technikfreaks werden mit dem zarten Hebelchen längere Zeit hantieren, um das Wasser auf die richtige Tem­peratur zu bringen. Dies war die letzten 300 Jahre kein Problem – im Gombit Hotel wird es zur Lebensaufgabe. Wenigstens wird man morgens schnell wach, wenn man sich beim Du­schen entweder verbrennt oder fast erfriert.
Doch das sollte kein Grund sein, nicht ins Gombit Hotel abzusteigen. Das Haus wurde perfekt in das alte Gemäuer integriert – das können die italienischen Architekten beson­ders gut. Die Zimmer sind geräumig und ge­schmackvoll eingerichtet. Das Frühstück ty­pisch italienisch: Mickrig und zuckerlastig – der Kaffe ist gut.
Was am meisten stört, ist die gute Lage: bis Mitternacht lärmen Italiener auf den Straßen, um vier Uhr morgens werden diese mit lauten Kehrmaschinen gefegt, dann gibt es eine kleine Verschnaufpause und ab sieben Uhr läuten gefühl­te 10 Kirchen eine Stunde lang um die Wette. Da wird jeder Gläubige zum Atheisten.
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www.gombithotel.it

3Relais San Lorenzo

Das Relais San Lorenzo ist das gelungenste Beispiel, wie man ein modernes Hotel in alte Mauern integrieren kann – damit ist es das schönste Hotel von Bergamo.

Adolfo Natalini, der bekannte italienische Ar­chi­tekt, hat beim Eingang zur Altstadt von Bergamo den alten Mauern neues Leben ein­gehaucht. Ergebnis ist das schönste und luxuriöseste Hotel der Stadt mit einer wundervollen Lage obendrein: Das Relais San Lorenzo. Hier wurde nicht gespart – in diesem Hotel findet man ausschließlich italienische Top-De­sig­ner-Marken. Das macht den Aufenthalt zu einem ästhetischen Erlebnis. Die Zimmer sind mit viel Geschmack dezent eingerichtet und geräumig. Eben ein Small Luxury Hotel. Das Restaurant blendet durch seine architektonisch einzigartige Mischung aus alten Mauern und modernem Interieur, die Küche hinkt der Qualität der Architektur noch nach. Man hat es hier zwar bis zu einem Michelin-Teller geschafft, das ist aber nur der Vorbote zu einem Stern, der gut zu diesem Hotel passen würde.
Immerhin hat das Hotel auch ein hübsches Spa mit Sauna und Dampfbad, allerdings passen hier maximal sechs Personen rein. Italiener sind übrigens ziemlich prüde und gehen nur mit Badehose und Badeanzug in die Sauna …
Im Spa werden auch jede Menge Massagen angeboten, von Emotional über Traditionell bis hin zu Fango-Behandlungen etc.
Wer im Gombit Hotel vom Frühstück enttäuscht wurde, wird im Relais San Lorenzo seine Freude haben. Hier gibt es sogar frischen Obst­salat – so sollte es in 5 Sterne-Hotels auch sein.
Praktisch ist auch, dass man direkt vor dem Haus parken kann, das ist sonst in der Altstadt von Bergamo nirgends möglich. Und Kirchen stören nicht: Die Fenster im Hotel sind dicht.
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www.relaisanlorenzo.com