Im Pariser Mandarin Oriental in der Modemeile Rue Saint-Honoré stellt Thierry Marx, seines Zeichens Molekularkoch, sein Können unter Beweis – und das gleich dreifach. Neben dem Hotel-Restaurant Le Camélia und der hoteleigenen Patisserie, eröffnete er im Juni 2011 das Fine Dining-Restaurant Sur Mesure par Thierry Marx, in dem er seit 2012 erfolgreich zwei Michelin-Sterne hält. In einem vermutlich von Stanley Kubricks Space Odyssey inspirierten Ambiente wird eine wahrhaft großartige Küche zelebriert. Tatsächlich stammt das Innendesign aber von Jouin-Manku. Das Restaurant ist in verschiedensten Weiß-Tönen gehalten – das Essen soll hier im Vordergrund stehen. Das Ambiente wird mit einem unglaublich zuvorkommendem Service und einem Sommelier abgerundet, der weiß was er tut. Nehmen Sie also unbedingt die Weinebegleitung – Sie werden es nicht bereuen!

Für die Kreation seiner Speisen lässt sich Thierry Marx von der französischen Küche und seinen unzähligen Asien-Reisen inspieren. In seinem Menü bietet er eine gelungene Kombination der beiden Küchen gepaart mit Tradition und Innovation. Das Sur Mesure par Thierry Marx gewährt sowohl mittags (mit 4- oder 6-Gänge-Menü) als auch abends (mit einem 6-Gänge-Menü) Einlass.

„Sur Mesure“ bedeutet übrigens maßgeschneidert. Heißt: Für jeden Gang werden Ihnen drei Gerichte vorgeschlagen, aus denen Sie dann Ihren Favoriten wählen dürfen. Wir haben uns wie folgt entschieden:

Langustine-Tartar, Reis, Zitrone

Ein angenehm leichter und puristischer Start in ein Menü!

Soja- und Austern-„Risotto“, Pilze

Soja-Sprossen in Form von Reiskörnern und geschmorte Austern in herzhaft würzigen Miso-Suppe – ein wunderbar feingliedriger Gang!

Foie Gras, geräucherter Aal

Foie Gras und Aal. Grundsätzlich zwei wunderbar zubereitete eigenständige Komponenten. In Kombination allerdings sticht der geräucherte Aal die Foie Gras leider aus – das rauchige Aroma überwiegt. Das dazu servierte getoastete, hauchdünn geschnitte Brot ist eine würdige Alternative zum klassischen Brioche.

Jakobsmuscheln, Pistazie, Zitronenkaviar

Es werden uns wunderbar schmackhafte und auf den Punkt gebratene Jakobsmuscheln serviert. Gemeinsam mit der Pistaziencreme und dem Zitronenkaviar ergibt das eine wunderbar harmonische Geschmackskombination. Einziger Kritikpunkt: die Zitrone ist hier in sehr konzentrierter Form auf dem Teller – einmal als Zitronenkaviar, dazu gibt’s noch in Zitrone eingelegte Champignons. Wir hätten uns gewünscht, dass die Zitrone in die Pistaziencreme eingearbeitet gewesen wäre.

Zwiebel-Suppe in „trompe-l’oeil style“

Soupe à l’oignon – Frankreichs heiß geliebter Klassiker. Thierry Marx zaubert daraus ein Süppchen mit leicht süßlichem Aroma, hervorragend abgerundet. Darin badet ein mit Frischkäse gefülltes Cannellone. Ein derartig stimmiger Gang, wir hätten gerne noch mehr davon gehabt!

Sweet Bento

– süße Guacamole, Panna Cotta, Ylang Ylang Blume

– Blaubeeren mit schwarzem Sesam

– Buchweizen, dunkle Schokolade

– moderne Interpretation einer Tarte Tatin, Zitronencreme

Hier findet wohl tatsächlich jeder seinen krönenden Abschluss für seinen Gaumen. Serviert in einer Bento-Box, haut uns dieses Dessert wahrlich vom Hocker. Besonders ambitioniert: die Blaubeeren mit schwarzem Sesam. Und unser Favorit: die dunkle Schokolade aus Honduras – ein wunderbar luftiges Schokoladenmousse, umhüllt von noch herberer Schokolade, getoppt mit edlem Blattgold.