Der Name Gordon Ramsay löst bei den Menschen Emotionen unterschiedlicher Art aus – entweder man hasst ihn, oder man liebt ihn. Doch egal wie man zu ihm steht, der Mann ist ein Allround-Talent und weiß, wie man auf sich aufmerksam macht. Während er bzw. seine Gordon Ramsay Group mittlerweile 35 (!) Restaurants – 7 davon sind vom Guide Michelin ausgezeichnet – rund um den Globus betreibt, produzierte er in den letzten Jahren 4 TV-Shows. Bei so viel Publicity-Arbeit bleibt nur wenig Zeit zum Kochen, deshalb bedient er sich für die Bespielung seiner Restaurants teilweise grenzgenialer Chefs. Im konkreten Fall von seinem Lokal im Waldorf Astoria Trianon Palace in Versailles ist das Frederic Larquemin und sein nicht weniger genialer Pastry Chef Eddie Benghanem. Nur damit Sie eine ungefähre Ahnung haben, auf welchem Niveau wir uns hier befinden: Larquemin hatte zuvor bei Ramsay im Londoner Claridge’s und anschließend bei Alain Ducasse im Le Louis XV – Alain Ducasse à l’Hôtel de Paris in Monaco gelernt.

Während die Speisekarte im Gordon Ramsay au Trianon von Ramsay himself zusammengestellt wird, obliegt es Frédéric Larquemin diese in die Realität umzusetzen. Wie uns die einzelnen Gänge gefallen haben, lesen Sie hier:

Spargel, maltesische Zabaione, Gruyère de Comté

Der an sich herrlich aromatische Spargel ist zwar auf den Punkt gebraten, allerdings bleibt es nur bei einem Versuch, Spargel auf italienische Art zuzubereiten: der Gruyére wird lieblos auf dem Teller drapiert, der Spargel schwimmt in einem Süppchen, das mehr nach Olivenöl als nach den auf dem Menü ersichtlichen Ingredienten (Tomate und Spargel) schmeckt. Und wie wir das nun mal von den Franzosen gewohnt sind, wird das Ganze mit einer Zabaione serviert, deren Gehalt zu 98% Butter ist. Alles in allem leider nicht harmonisch.

Saint Pierre, Oktopus, Tintenfisch, Mangold, Espelette-Pfeffer

Der Saint Pierre (Petersfisch) besticht durch sein festes Fleisch, dass hier herrlich zubereitet ist. Die dazu servierte Fenchel-Sauce ist danke einem Hauch von Liebstöckl leicht würzig und ergänzt den Fisch auf sehr angenehme Weise. Die beiden Meerestiere auf dem Teller sind ehrlicherweise entbehrlich – sie sollen das Meeres-Thema ergänzen, ist aber nicht notwendig – der Petersfisch alleine wäre ausreichend gewesen.

Kalbsfilet, Niere, Dinkel, Morcheln

Schlichtes Gericht, wenig Zutaten, unglaublich toll verarbeitet: Von dem wunderbar zarten, in einer Kokotte geschmorten, Kalb über den perfekten Jus mit leichter Schokolade-Note bis hin zu den wahrscheinlich schmackhaftesten Morcheln, die wir je probiert haben, ist auf diesem Teller alles stimmig.

Rhabarber, Erdbeeren

Rhabarber-Kompott mit einer Erdbeer-Creme. Handwerklich zwar perfekt, allerdings durchaus entbehrlich.

Mille-Feuille, Vanille, Karamell

Mille-Feuille – ein Klassiker der französischen Pâtisserie – dazu eine vorzügliche Creme aus zwei verschiedenen Vanillesorten (einmal aus Madagascar, einmal aus Tahiti) und ein Salted Caramel-Eis, wie es besser zu machen wohl gar nicht möglich ist. Getoppt wird das ganze mit kandierten Nüssen und flüssigem Karamell. Willkommen im Dessert-Himmel!